Wegen gravierender Verstöße gegen den gesetzlichen Spielerschutz muss Bet-at-home einem Spieler rund 47.000 Euro zuzüglich Zinsen zurückerstatten. Das entschied das Landgericht München in einem aktuellen Urteil (Az.1O 4904/24). Ausschlaggebend war, dass der Anbieter Bet-at-home das vorgeschriebene 1000-Euro-Limit über Monate hinweg nicht eingehalten hatte.
1000-Euro-Limit beim Online-Glücksspiel mehrfach überschritten
Das monatliche Einzahlungslimit von 1000 Euro gehört zu den zentralen Schutzmechanismen des deutschen Glücksspielrechts. Es soll verhindern, dass Spieler innerhalb kurzer Zeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nach den Feststellungen des Gerichts durfte der Kläger jedoch regelmäßig Beträge einzahlen und verspielen, die diese Grenze deutlich überstiegen. Diese Praxis erstreckte sich nicht nur auf einzelne Monate, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg.
Gericht erklärt Spielverträge wegen Limit-Verstoßes für unwirksam
In seinem Urteil machte das Landgericht München unmissverständlich klar, dass das 1000-Euro-Limit zwingend einzuhalten ist. Anbieter von Online-Glücksspiel seien verpflichtet, technische Vorkehrungen zu treffen, um Überschreitungen wirksam zu verhindern. Da Bet-at-home diese Pflicht verletzt habe, schuldet der Anbieter dem Spieler Schadenersatz. Die Folge: Sämtliche Verluste des Spielers, soweit diese 1000 € pro Monat übersteigen, sind vollständig zurückzuzahlen.
Der Glücksspielanbieter hatte eingewandt, der Kläger habe aus freien Stücken gespielt und die Risiken gekannt. Dieser Argumentation erteilte das Gericht eine klare Absage. Wer beim Online-Glücksspiel gesetzliche Schutzvorgaben missachte, könne sich nicht auf die Eigenverantwortung der Spieler berufen. Der Spielerschutz habe Vorrang, insbesondere bei der Einhaltung zentraler Limits.
Geld zurück nach Online-Glücksspiel: Urteil mit weitreichender Bedeutung
Das Urteil des Landgerichts München dürfte weit über den Einzelfall hinaus Wirkung entfalten. Spieler, die monatlich mehr als 1000 Euro einsetzen konnten, obwohl dies gesetzlich untersagt ist, haben gute Chancen, ihr Geld zurückzufordern. Auch nach der Einführung neuer Lizenzregelungen ab 2020/21 hätten zahlreiche Anbieter das Limit zwar formal akzeptiert, es jedoch praktisch nicht konsequent umgesetzt.
Fazit: 1000-Euro-Limit wird zum entscheidenden Maßstab
Mit seiner Entscheidung stellt das Landgericht München das 1000-Euro-Limit in den Mittelpunkt der rechtlichen Bewertung von Online-Glücksspiel. Anbieter müssen künftig damit rechnen, hohe Rückzahlungsansprüche erfüllen zu müssen, wenn sie diese Schutzvorschrift missachten.
Für Spieler steigt zugleich die Aussicht, Verluste zurückzuerhalten – insbesondere dann, wenn das gesetzliche Limit überschritten wurde.
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