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Schiffsfonds MS E.R. Lübeck

Nachdem in den letzten Monaten bereits mehrere Schiffsfonds Insolvenz anmelden mussten, befindet sich nun auch der Schiffsfonds MS E.R. Lübeck in Schieflage. Die Beteiligungen hieran wurden, hauptsächlich im Jahr 2000, durch die von der GVA (GENO-Vermögens-Anlage-Gesellschaft mbH) beauftragten Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben.

Bereits mit Schreiben vom 19.12.2009 kündigte die Fondsgesellschaft an, dass die Liquidität der Gesellschaft für den laufenden Geschäftsbetrieb des Jahres 2010 nicht ausreichen werde.

Mit Schreiben vom 11.06.2010 wurden die Gesellschafter nun darüber informiert, dass eine Kapitalerhöhung zur Sicherung des Liquiditätsbedarfs und zur Abwendung einer möglichen Insolvenz geplant sei.

Wir halten dieses Vorgehen für äußerst unseriös. Bereits seit Februar 2010 ist bekannt, dass hier an einem Konzept zur Liquiditätssicherung gearbeitet werden muss. Nun wendet sich die Fondsgesellschaft zeitgleich mit der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft - wohl um öffentliches Aufsehen zu vermeiden - an die Gesellschafter und lädt diese äußerst kurzfristig zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 28.06.2010. Bemerkens­wert ist insoweit vor allem, dass bis zum heutigen Tage die Gesellschafter noch keinen Geschäftsbericht für das letzte Jahr erhalten haben. Die Gesellschafter sollen nun über das vorgeschlagene Liquiditätssicherungskonzept und die damit verbundene Kapitalerhöhung entscheiden, ohne jedoch die Geschäftszahlen der letzten 1 ½ Jahre zu kennen.

Wir gehen daher davon aus, dass hier von Seiten der Fondsgesellschaft auf eine möglichst geringe Beteiligung der Gesellschafter abgezielt wird, um die geplanten Maßnahmen ohne größeren Widerstand durchsetzen zu können.

Wir vertreten mehrere Anleger des Schiffsfonds MS E.R. Lübeck und werden auch für diese die Gesellschafterversammlung am 28.06.2010 in Hamburg besuchen.

Für viele Anleger gibt es jedoch Möglichkeiten, sollte sich hier ein Schaden realisieren, diesen von den beratenden Banken ersetzt zu bekommen. Mit Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 20.01.2009 hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass Kapitalanleger, welchen im Rahmen eines Beratungsverhältnisses von ihrer Bank eine Kapitalanlage empfohlen wurde, einen Schadenersatzanspruch gegen diese Bank haben, wenn die Anleger im Rahmen der Zeichnung nicht über das eigene wirtschaftliche Interesse der beratenden Bank aufgeklärt wurden. Uns liegen Informationen der Volks- und Raiffeisenbanken vor, nach denen diese z.B. im Jahr 2003 für die Vermittlung von Schiffsfondsbeteiligungen Provisionen in Höhe von 10 bis 11,5 % der Anlagesumme erhalten haben. Rein beispielhaft sei darauf hingewiesen, dass die Provisionen für Immobilienfonds lediglich 6 % betrugen.

Wir gehen daher davon aus, dass für viele Anleger Erfolgsaussichten bestehen, die Beteiligung gegenüber der damals beratenden Bank  rückabzuwickeln.

 

Geschädigte Anleger sollten sich insbesondere im Hinblick auf die in Kürze anstehende Gesellschafterversammlung und die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen durch einen fachkundigen Anwalt vertreten lassen. Für ein unverbindliches Erstgespräch stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung. Scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.